Studie · Tierstudie
The growth hormone secretagogue ipamorelin counteracts glucocorticoid-induced decrease in bone formation of adult rats
Nur Tiermodell — nicht auf den Menschen übertragbar
Zusammenfassung
Untersucht wurde, ob das selektive Wachstumshormon-Sekretagogum Ipamorelin die bekannten katabolen Wirkungen einer längerfristigen Glukokortikoid-Gabe auf Muskel und Knochen abschwächen kann. Erwachsene weibliche Ratten erhielten über drei Monate subkutan entweder Methylprednisolon (9 mg/kg/Tag), Ipamorelin (100 µg/kg dreimal täglich), beides in Kombination oder keine Behandlung. Endpunkte waren unter anderem die maximale tetanische Muskelkraft sowie die periostale Knochenneubildungsrate (Histomorphometrie/Fluorochrom-Markierung).
In der Kombinationsgruppe war die maximale tetanische Kontraktionskraft signifikant höher und die periostale Knochenbildungsrate etwa vierfach höher als in der Gruppe mit Glukokortikoid allein. Die Autoren schlossen daraus, dass die gleichzeitige Gabe von Ipamorelin die glukokortikoid-bedingten Einbußen bei Muskelkraft und Knochenbildung weitgehend aufhebt.
Einzuordnen ist, dass es sich um ein pharmakologisches Katabolie-Modell mit sehr hoher Steroiddosis handelt. Die Studie zeigt eine Gegenregulation gegenüber einem induzierten Defizit – nicht, dass Ipamorelin bei gesunden, unbehandelten Tieren Knochen oder Muskel über das Normalniveau hinaus aufbaut. Aussagen zu Körperzusammensetzung oder Effekten bei gesunden Tieren lassen sich aus dem Abstract nicht ableiten.
Kernergebnisse
Reine Tierstudie an weiblichen Ratten; Ratten reagieren auf GH-Sekretagoga anders als Menschen, und die Dosis von 3 x 100 µg/kg/Tag liegt weit über den beim Menschen üblichen Mengen. Das Modell ist ein artifizielles Hochdosis-Steroid-Katabolie-Modell, dessen Ergebnisse nicht auf gesunde Anwender übertragbar sind. Der Abstract nennt keine Gruppengrößen und keine Langzeit-Sicherheitsdaten (z. B. Glukosestoffwechsel, Tumorrisiko). Mehrere Autoren waren mit dem Ipamorelin-Entwickler Novo Nordisk assoziiert, ein Interessenkonflikt ist daher anzunehmen. Zu CJC-1295 macht die Studie keinerlei Aussage.
Die Studie belegt für Ipamorelin lediglich, dass es im Rattenmodell einen künstlich erzeugten, steroidbedingten Knochen- und Muskelverlust abmildern kann – nicht, dass es bei gesunden Menschen Muskel- oder Knochenaufbau bewirkt. Wer eine Kombination aus CJC-1295 und Ipamorelin erwägt, sollte sie nicht als belastbaren Wirksamkeitsnachweis werten, da weder Menschen noch CJC-1295 untersucht wurden.