Studie · Humanstudie
Therapy of peptic ulcer with semax peptide
Am Menschen, aber ohne RCT-Design
Zusammenfassung
Die russische Arbeitsgruppe untersuchte, ob das intranasal applizierte Heptapeptid Semax (Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro) die Abheilung von peptischen Ulzera beschleunigt, die auf eine konventionelle Therapie nur unzureichend ansprachen. Semax wurde dabei nicht als Monotherapie eingesetzt, sondern zusätzlich zu einer Standardbehandlung mit Omeprazol, De-Nol (Wismutsubcitrat) und Solcoseryl. Die Kontrollgruppe erhielt die Standardtherapie ohne Semax.
Semax wurde als 1%ige Lösung mit 2-4 Tropfen dreimal täglich über 10 Tage intranasal gegeben. Endpunkt war die endoskopisch beurteilte Ulkusheilung am 14. Behandlungstag. In der Semax-Gruppe war das Geschwür bei 89,5 % der Patienten abgeheilt, in der Kontrollgruppe bei 30,8 %.
Die Autoren werten dies als Hinweis auf eine antiulzerose Wirkung von Semax und fordern weitere klinische Untersuchungen zu Semax in verschiedenen Kombinationen mit etablierten Ulkustherapien. Die Publikation ist eine sehr kurze Kurzmitteilung (zwei Seiten); methodische Details wie Randomisierung, Verblindung, genaue Fallzahlen, Helicobacter-pylori-Status oder statistische Kennwerte werden im Abstract nicht berichtet.
Kernergebnisse
Es handelt sich um eine zweiseitige Kurzmitteilung aus dem Jahr 2002 ohne im Abstract erkennbare Angaben zu Randomisierung, Verblindung, Ein- und Ausschlusskriterien, Helicobacter-pylori-Status oder statistischer Auswertung. Die aus den Prozentwerten ableitbaren Fallzahlen sind sehr klein (Grössenordnung 13 bis 19 Patienten pro Gruppe), wodurch der Effektschätzer sehr unsicher ist. Die auffallend niedrige Heilungsrate der Kontrollgruppe (30,8 %) lässt offen, wie vergleichbar die Gruppen zu Beginn waren. Die Studie stammt aus dem Umfeld der Entwickler von Semax (Myasödov, Ashmarin), was einen potenziellen Interessenkonflikt darstellt; eine unabhängige Replikation ist nicht bekannt. Der Endpunkt bezieht sich nur auf einen kurzen Beobachtungszeitraum von 14 Tagen, Aussagen zu Rezidiven oder Sicherheit fehlen.
Die Arbeit ist der einzige oft zitierte Hinweis darauf, dass intranasales Semax die Abheilung von Magengeschwüren unterstützen könnte, beruht aber auf einer sehr kleinen, methodisch kaum dokumentierten Studie ohne Replikation. Als Beleg für einen gastrointestinalen Nutzen von Semax taugt sie nur sehr eingeschränkt, und sie ersetzt in keinem Fall eine leitliniengerechte Ulkustherapie.