Studie · Humanstudie (RCT)
Co-administration of low doses of intranasal PT-141, a melanocortin receptor agonist, and sildenafil to men with erectile dysfunction results in an enhanced erectile response
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Zusammenfassung
Die Studie prüfte, ob die Kombination bewusst unterschwelliger Dosen von PT-141 (Bremelanotid, ein zyklisches Heptapeptid und Melanocortin-Rezeptor-Agonist) und Sildenafil bei Männern mit erektiler Dysfunktion eine stärkere Erektionsantwort erzeugt als Sildenafil allein. 19 Patienten durchliefen in randomisierter Cross-over-Anordnung drei Behandlungen: 25 mg Sildenafil plus 7,5 mg intranasales PT-141, 25 mg Sildenafil plus Placebo-Nasenspray sowie Placebo-Tablette (mit Placebo-Spray). Primär gemessen wurde die penile Rigidität per RigiScan während visueller sexueller Stimulation über etwa sechs Stunden.
Die Kombination aus PT-141 und Sildenafil erzeugte eine statistisch signifikant stärkere Erektionsantwort als Sildenafil allein. Die Kombination war sicher und gut verträglich; es traten keine neuen Nebenwirkungen auf und keine Nebenwirkungen, die im Vergleich zur jeweiligen Monotherapie häufiger oder schwerer gewesen wären. Die Autoren folgerten, dass die Kombination aus intranasalem PT-141 und einem PDE-5-Hemmer eine Behandlungsoption für Patienten sein könnte, bei denen höhere Dosen einer Einzeltherapie nicht wirksam oder nicht verträglich sind.
Einzuordnen ist: Es handelt sich um eine sehr kleine Pharmakodynamik-Studie mit Surrogat-Endpunkt (RigiScan-Rigidität im Labor unter visueller Stimulation), nicht um eine Studie mit patientenrelevanten Endpunkten wie erfolgreichem Geschlechtsverkehr im Alltag. Das Abstract nennt keine konkreten Effektgrößen, Konfidenzintervalle oder p-Werte. Die intranasale Darreichungsform von PT-141 wurde später aufgrund von Blutdruckanstiegen in der Entwicklung aufgegeben; zugelassen ist heute nur die subkutane Form (Vyleesi) und ausschließlich für hypoaktive Sexualstörung bei prämenopausalen Frauen, nicht für erektile Dysfunktion beim Mann.
Kernergebnisse
Sehr kleine Stichprobe (n=19) ohne Angabe einer Fallzahlplanung, kurze Einmalgabe statt Anwendung über einen Behandlungszeitraum, und ein reiner Surrogat-Endpunkt (RigiScan-Messung im Labor unter visueller Stimulation) statt patientenrelevanter Ergebnisse wie erfolgreicher Penetration oder Sexualzufriedenheit im Alltag. Das Abstract berichtet keine numerischen Effektgrößen, sodass die klinische Relevanz des Unterschieds nicht beurteilbar ist; auch fehlt ein Arm mit PT-141 allein in voller Dosis. Alle Autoren sind Mitarbeiter bzw. Verbundene von Palatin Technologies, dem Entwickler von PT-141 – ein deutlicher Interessenkonflikt. Die untersuchte intranasale Formulierung wurde später wegen Blutdruckanstiegen nicht weiterentwickelt, weshalb sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf heute verfügbares subkutanes Bremelanotid übertragen lassen.
Die Studie ist ein früher Beleg, dass PT-141 über einen zentralen Mechanismus wirkt, der sich mit PDE-5-Hemmern ergänzt, und dass schon niedrige Dosen messbar etwas bewirken. Sie ist aber winzig, herstellerfinanziert, misst nur ein Laborsurrogat und verwendet die inzwischen eingestellte Nasenspray-Form – als Beleg für einen praktischen Nutzen beim Mann taugt sie daher nur eingeschränkt.