Übersicht/GHK-Cu/Studie

Studie · Humanstudie (RCT)

Wirkung eines topischen Kupfer-Tripeptid-Komplexes auf CO2-laserresurfacete Haut

Effects of topical copper tripeptide complex on CO2 laser-resurfaced skin

Humanstudie (RCT)

Stärkste Evidenzstufe hier

Autoren
Miller TR, Wagner JD, Baack BR, Eisbach KJ
Jahr
2006
Journal
Archives of Facial Plastic Surgery
Modell / Stichprobe
n=13 Patientinnen/Patienten nach zirkumoralem CO2-Laser-Resurfacing, randomisiert auf Nachbehandlung mit oder ohne GHK-Cu-haltige Hautpflegeprodukte
Dosis im Versuch
Topische Hautpflegeprodukte mit Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin-Cu(2+) (GHK-Cu) als postoperatives Pflegeregime; konkrete Konzentration und Applikationsfrequenz sind im Abstract nicht spezifiziert. Nachbeobachtung über 12 Wochen.
Quelle
PMID 16847171 ↗  ·  DOI ↗

Zusammenfassung

Untersucht wurde, ob GHK-Cu-haltige Hautpflegeprodukte die Heilung nach ablativem CO2-Laser-Resurfacing verbessern. Dreizehn Patientinnen und Patienten erhielten ein zirkumorales Laser-Resurfacing und wurden anschliessend randomisiert einem Nachbehandlungsregime mit oder ohne Kupfer-Tripeptid-Komplex zugeteilt.

Primär wurde der Rückgang der Rotung (Erythem) mittels computergestützter Bildanalyse und verblindeter Beurteilung erfasst, zusätzlich Faltenreduktion und Hautqualität nach 12 Wochen. Alle Teilnehmenden zeigten deutliche Verbesserungen von Falten und Hautqualität - erwartbar als Effekt des Laser-Resurfacings selbst.

Zwischen den Gruppen fanden sich in den objektiven Messungen jedoch keine signifikanten Unterschiede, weder beim Abklingen der Rotung noch bei den übrigen Hautparametern. Lediglich in der subjektiven Patientenbefragung gaben die GHK-Cu-Anwender eine signifikant höhere Zufriedenheit mit der Gesamtverbesserung der Hautqualität an. Das Ergebnis ist damit im Kern negativ für die objektiven Endpunkte.

Kernergebnisse

  1. Kein signifikanter Unterschied zwischen GHK-Cu- und Kontrollgruppe beim objektiv gemessenen Rückgang der postoperativen Rotung
  2. Keine signifikanten Gruppenunterschiede bei verblindet beurteilter Faltenreduktion und Hautqualität nach 12 Wochen
  3. Alle Patienten zeigten unabhängig von der Gruppe deutliche Verbesserungen von Falten und Hautqualität (Effekt des Laser-Resurfacings)
  4. Einziger positiver Befund: signifikant höhere subjektive Patientenzufriedenheit mit der Gesamt-Hautqualität in der GHK-Cu-Gruppe
  5. Sehr kleine Stichprobe von nur 13 Patientinnen und Patienten
Limitationen

Die Stichprobe ist mit n=13 sehr klein, wodurch die Studie stark unterpowert ist: moderate reale Effekte hätten übersehen werden können (Typ-II-Fehler), zugleich ist der einzelne positive Befund zur Patientenzufriedenheit bei mehreren getesteten Endpunkten anfällig für Zufall. Es wurde ein Fertigprodukt mit GHK-Cu verwendet, dessen genaue Konzentration und Formulierung im Abstract nicht angegeben sind, sodass Dosis-Wirkungs-Aussagen nicht möglich sind. Das Modell (ablative Laserwunde im Gesicht) ist zudem nur eingeschränkt auf kosmetische Anwendung an intakter Haut übertragbar. Angaben zu Sponsoring oder Interessenkonflikten sind aus dem Abstract nicht ersichtlich.

Was heißt das praktisch

Die Studie liefert keinen objektiven Beleg dafür, dass topisches GHK-Cu die Abheilung oder das kosmetische Ergebnis nach ablativem Laser-Resurfacing messbar verbessert; nur die subjektive Zufriedenheit war höher. Wer GHK-Cu topisch erwägt, sollte sie daher nicht als belegte Wundheilungs- oder Anti-Rotungs-Maßnahme nach solchen Eingriffen einplanen.