Studie · Humanstudie (RCT)
Randomized controlled trial of oral glutathione supplementation on body stores of glutathione
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Zusammenfassung
Untersucht wurde, ob oral zugeführtes Glutathion (GSH) die körpereigenen Glutathion-Speicher beim Menschen tatsächlich erhöhen kann – eine bis dahin umstrittene Frage, da GSH als Tripeptid im Darm weitgehend abgebaut wird. 54 nichtrauchende Erwachsene erhielten in einem doppelblinden, randomisierten Design über sechs Monate entweder Placebo, 250 mg/Tag oder 1.000 mg/Tag Glutathion. Gemessen wurden die GSH-Konzentrationen in mehreren Kompartimenten (Erythrozyten, Plasma, Lymphozyten, Mundschleimhautzellen) sowie Marker des oxidativen Stresses und die Aktivität natürlicher Killerzellen (NK-Zellen).
Nach sechs Monaten stiegen die Glutathion-Spiegel in der Hochdosisgruppe um 30–35 % in Erythrozyten, Plasma und Lymphozyten und um rund 260 % in Mundschleimhautzellen. In der Niedrigdosisgruppe fielen die Zuwächse mit 17–29 % in den Blutkompartimenten geringer aus; der Effekt war damit dosisabhängig. Zusätzlich zeigten sich Hinweise auf einen verringerten oxidativen Stress (günstigeres Verhältnis von oxidiertem zu reduziertem Glutathion im Blut) und eine mehr als verdoppelte NK-Zell-Aktivität in der Hochdosisgruppe gegenüber Placebo.
Nach Absetzen der Supplementierung kehrten die Glutathion-Spiegel innerhalb der Auswaschphase wieder in Richtung Ausgangswert zurück. Die Studie gilt als erster belastbarer Humannachweis, dass orale Glutathion-Gabe über längere Zeit systemische Glutathion-Speicher messbar anheben kann – der Effekt ist jedoch an die fortlaufende Einnahme gebunden.
Kernergebnisse
Die Stichprobe ist mit 54 Teilnehmern klein (rund 18 pro Gruppe), was insbesondere die Sekundärendpunkte wie die NK-Zell-Aktivität anfällig für Zufallsbefunde macht. Eingeschlossen waren gesunde Nichtraucher, sodass sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf Erkrankte oder Personen mit hoher oxidativer Belastung übertragen lassen. Die Endpunkte sind ausschließlich biochemisch und immunologisch – ein klinischer Nutzen (Krankheitsereignisse, Symptome, Lebensqualität) wurde nicht untersucht. Der ausgeprägte Anstieg in Mundschleimhautzellen dürfte zumindest teilweise auf lokalen Kontakt des Präparats mit der Mundschleimhaut zurückgehen und nicht auf systemische Aufnahme. Das eingesetzte Glutathion-Präparat stammte von einem Hersteller von Glutathion-Rohstoffen, was einen potenziellen Interessenkonflikt darstellt; die genauen Finanzierungsangaben sind aus dem Abstract allein nicht ersichtlich.
Für die Anwendung bedeutet das: Orales Glutathion kann bei täglicher Einnahme über Monate die körpereigenen Glutathion-Speicher messbar erhöhen, wobei 1.000 mg/Tag deutlich wirksamer war als 250 mg/Tag. Der Effekt ist jedoch reversibel und an eine dauerhafte Einnahme gebunden, und ein konkreter gesundheitlicher Nutzen jenseits der Laborwerte ist durch diese Studie nicht belegt.