Studie · Humanstudie (RCT)
Prospective, randomized, controlled, proof-of-concept study of the Ghrelin mimetic ipamorelin for the management of postoperative ileus in bowel resection patients
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Zusammenfassung
Untersucht wurde, ob das Ghrelin-Rezeptor-Agonist bzw. Ghrelin-Mimetikum Ipamorelin den postoperativen Ileus nach Darmresektion verkürzen kann. Es handelte sich um eine multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte Phase-2-Studie mit 114 Patienten, die nach Dünn- oder Dickdarmresektion zweimal täglich 0,03 mg/kg Ipamorelin intravenös oder Placebo erhielten, vom ersten bis maximal zum siebten postoperativen Tag.
Primärer Endpunkt war die Zeit von der ersten Studienmedikationsgabe bis zur Toleranz einer standardisierten festen Mahlzeit. Die mediane Zeit bis zur ersten tolerierten Mahlzeit betrug 25,3 Stunden unter Ipamorelin und 32,6 Stunden unter Placebo. Dieser Unterschied von rund sieben Stunden war statistisch nicht signifikant (p = 0,15). Auch in den sekundären Wirksamkeitsanalysen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Ipamorelin und Placebo.
Die Verträglichkeit war gut: Die Rate unerwünschter Ereignisse lag mit 87,5 Prozent unter Ipamorelin sogar etwas niedriger als unter Placebo mit 94,8 Prozent. Das Fazit der Autoren ist damit ein Sicherheitssignal ohne Wirksamkeitsnachweis: Ipamorelin war in dieser Indikation gut verträglich, konnte aber keinen klinisch belastbaren Vorteil gegenüber Placebo belegen.
Kernergebnisse
Es handelt sich um eine relativ kleine Proof-of-Concept-Studie der Phase 2 (n=114), die statistisch nicht ausreichend gepowert war, um einen moderaten Effekt sicher nachzuweisen; der beobachtete Trend könnte Zufall sein. Untersucht wurde ausschließlich ein akutes postoperatives Setting mit intravenöser Gabe über wenige Tage – Aussagen zu subkutaner Langzeitanwendung, Körperzusammensetzung, IGF-1 oder Anti-Aging-Effekten lassen sich daraus nicht ableiten. Die Studie wurde von einer Studiengruppe (Ipamorelin 201 Study Group) im Rahmen einer industriegetriebenen Arzneimittelentwicklung durchgeführt; ein Sponsoreninteresse ist anzunehmen. Die Entwicklung von Ipamorelin für diese Indikation wurde nach diesen Ergebnissen nicht erfolgreich weitergeführt.
Die Studie ist eine der wenigen kontrollierten Humanstudien zu Ipamorelin und zeigt vor allem eines: kurzfristige intravenöse Gabe war sicher und gut verträglich, ein klinischer Wirksamkeitsnachweis fehlte jedoch. Wer CJC-1295 + Ipamorelin erwägt, sollte wissen, dass für Ipamorelin keine belastbaren Humandaten zu Wirksamkeit bei Muskelaufbau, Regeneration oder Fettabbau vorliegen – die vorhandene Evidenz betrifft eine andere Indikation und war negativ.