Übersicht/GHK-Cu/Studie

Studie · Humanstudie

Die Wirkung der Hydroporation mit einem Anti-Aging-Cocktail auf Melasma

The effects of hydroporation on melasma with anti-aging cocktail

Humanstudie

Am Menschen, aber ohne RCT-Design

Autoren
Chae JB, Yang SH, Byun SY, Choi HR, Shin JW, Park KC
Jahr
2017
Journal
Journal of Cosmetic Dermatology
Modell / Stichprobe
n=6 Freiwillige mit Melasma (Gesicht), offene, unkontrollierte Pilotstudie ohne Kontrollgruppe und ohne Verblindung; Seoul National University Bundang Hospital, Korea
Dosis im Versuch
Sogenannte GHR-Formulierung (Kupfer-GHK, Oligo-Hyaluronsäure, Rhodiola-Extrakt, Tranexamsäure, beta-Glucan) - Konzentrationen nicht angegeben. Applikation transdermal per Hydroporation mit dem Jet-M-Gerät (Düsendruck 95 psi, Führungsgeschwindigkeit 2 cm/s), vorgeschaltetes Peeling mit Luft/Kochsalzlösung. Einmal wöchentlich über 8 Wochen (ganzes Gesicht).
Quelle
PMID 28133891 ↗  ·  DOI ↗

Zusammenfassung

Untersucht wurde, ob die gerätegestützte transdermale Einbringung (Hydroporation mittels Jet-M/JetPeel) einer Mischlösung aus Kupfer-GHK, Oligo-Hyaluronsäure, Rhodiola-Extrakt, Tranexamsäure und beta-Glucan das Erscheinungsbild von Melasma beeinflusst. Sechs Freiwillige mit Melasma erhielten acht wöchentliche Ganzgesichtsbehandlungen. Bewertet wurde klinisch durch zwei Dermatologen auf einer 5-Punkte-Skala sowie objektiv mit dem Mexameter (Melanin-Index MI, Erythem-Index EI, jeweils auch relativ zur unbehandelten präaurikulären Haut). Zusätzlich wurden vor und nach 8 Wochen 2-mm-Stanzbiopsien entnommen und immunhistochemisch auf Typ-IV-Kollagen, Prokollagen Typ I und p63 untersucht.

Der Melanin-Index sank signifikant von 178,72 auf 165,94 (p=0,028), der relative Melanin-Index verfehlte die Signifikanz (1,65 auf 1,58; p=0,075). Der absolute Erythem-Index veränderte sich nicht signifikant (285,72 auf 269,67; p=0,463), der relative Erythem-Index sank signifikant von 1,45 auf 1,23 (p=0,046). Die klinische Bewertung ergab bei Arzt 1 eine signifikante Besserung der Pigmentierung (3,17 auf 2,50; p=0,046), bei Arzt 2 nicht (2,67 auf 2,17; p=0,083); die Erythem-Bewertung besserte sich bei beiden Bewertern signifikant.

Histologisch fanden sich keine Unterschiede in der H&E-Färbung, aber vermehrte Kollagenfasern in der oberen Dermis sowie signifikant erhöhte gefärbte Flächenanteile für Typ-IV-Kollagen (7,92 auf 13,83), Prokollagen (51,64 auf 84,75) und p63-positive Basalzellen (20,38 auf 31,46). Die Autoren deuten dies als Rekonstruktion der extrazellulären Matrix und der Basalmembran, die indirekt zu weniger Pigmentierung und Rötung führe. Ein isolierter Effekt von GHK-Cu lässt sich daraus nicht ableiten.

Kernergebnisse

  1. Melanin-Index sank nach 8 Wochen signifikant von 178,72 +/- 17,22 auf 165,94 +/- 18,98 (p=0,028); der relative Melanin-Index war jedoch nicht signifikant (1,65 auf 1,58; p=0,075) - also nur ein kleiner Pigmenteffekt.
  2. Absoluter Erythem-Index unverändert (285,72 auf 269,67; p=0,463); nur der relative Erythem-Index sank signifikant (1,45 auf 1,23; p=0,046).
  3. Klinische Pigmentierungsbewertung war nur bei einem der beiden Bewerter signifikant besser (p=0,046 vs. p=0,083) - Hinweis auf begrenzte Bewerter-Übereinstimmung.
  4. Immunhistochemisch stiegen Typ-IV-Kollagen (7,92 auf 13,83), Prokollagen Typ I (51,64 auf 84,75) und p63-positive Zellen an der Basalmembran (20,38 auf 31,46) signifikant an.
  5. Behandlungsprotokoll: 8 wöchentliche Hydroporationssitzungen bei 95 psi; alle 6 Teilnehmerinnen/Teilnehmer schlossen die Studie ab.
Limitationen

Sehr kleine Fallzahl (n=6), keine Kontroll- oder Vergleichsgruppe, keine Verblindung und keine Randomisierung; die klinische Bewertung war subjektiv und bei einem Bewerter nicht signifikant. Der zentrale Endpunkt (relativer Melanin-Index) verfehlte die statistische Signifikanz, der absolute Erythem-Index ebenfalls - die Verbesserungen sind also klein und teilweise nur bei einzelnen Auswertungsvarianten nachweisbar. Entscheidend für die Einordnung: GHK-Cu wurde ausschließlich als Bestandteil einer Fünffach-Mischung (mit Tranexamsäure, einem etablierten Melasma-Wirkstoff) und in Kombination mit einem mechanischen Peeling- und Druckluftverfahren appliziert; ein eigenständiger Beitrag von GHK-Cu ist methodisch nicht abgrenzbar. Konzentrationen der Einzelsubstanzen werden nicht genannt. Keine Nachbeobachtung über 8 Wochen hinaus. Finanziert durch das Korean Health Technology R&D Project des koreanischen Gesundheitsministeriums (Grant HN14C0094); die eingesetzte Gerätetechnik stammt von einem kommerziellen Hersteller (Tav-Tech/JetPeel), die Publikation wird vom Hersteller zu Marketingzwecken verbreitet.

Was heißt das praktisch

Die Studie ist kein Beleg für eine eigenständige Wirkung von GHK-Cu: Der Effekt wurde mit einem Wirkstoffgemisch plus apparativer Applikation an nur sechs Personen erzielt, und die Pigmentwerte besserten sich nur geringfügig. Wer GHK-Cu bei Melasma oder Hautalterung erwägt, kann daraus allenfalls einen schwachen Hinweis auf Effekte an Basalmembran und Kollagen ableiten, keine belastbare Wirksamkeitsaussage - zumal eine reine topische Anwendung ohne Hydroporation hier nicht geprüft wurde.