Studie · Humanstudie
A Pilot Study Investigating Changes in the Human Plasma and Urine NAD+ Metabolome During a 6 Hour Intravenous Infusion of NAD+
Am Menschen, aber ohne RCT-Design
Zusammenfassung
Die Pilotstudie untersuchte, was mit intravenös zugeführtem NAD+ im menschlichen Körper geschieht. Elf gesunde Männer erhielten entweder eine 6-stündige NAD+-Infusion (750 mg, 3 µmol/min, n=8) oder eine Kochsalz-Kontrollinfusion (n=3). Blut- und Urinproben wurden zu Studienbeginn sowie nach 30, 60, 120, 360 und 480 Minuten entnommen und mittels Massenspektrometrie auf NAD+ und dessen Metabolite (Nicotinamid, Methylnicotinamid, ADP-Ribose, Nicotinsäure u.a.) analysiert.
Das zentrale Ergebnis ist ein Null-Befund in der frühen Phase: Trotz kontinuierlicher Zufuhr stiegen weder NAD+ noch seine Abbauprodukte im Plasma in den ersten zwei Stunden messbar an. Das infundierte NAD+ wurde offenbar vollständig und schnell aus dem Plasma entfernt. Erst nach dieser Sättigungsphase kam es zu deutlichen Anstiegen: NAD+ im Plasma +398% und Nicotinamid +409% nach 6 Stunden, dazu erhöhte ADP-Ribose (+393%) und Methylnicotinamid (+350 bis +393% zwischen 6 und 8 Stunden). Im Urin stieg die NAD+-Ausscheidung um 538% und Methylnicotinamid um 403%, während Nicotinamid im Urin unverändert blieb.
Das Metabolitenmuster spricht dafür, dass ein Teil des NAD+ enzymatisch über NAD+-Glykohydrolasen und Pyrophosphatasen gespalten wird, ein anderer Teil aber möglicherweise intakt aufgenommen wird. Die Studie liefert damit erstmals pharmakokinetische Basisdaten für die in Kliniken praktizierte IV-NAD+-Gabe. Sie macht keinerlei Aussage zu klinischem Nutzen, Symptomverbesserung oder Gewebe-NAD+-Spiegeln - es handelt sich ausschließlich um eine Metabolom-Beschreibung ohne Wirksamkeitsendpunkte.
Kernergebnisse
Sehr kleine Stichprobe (n=8 Verum, n=3 Kontrolle), ausschließlich gesunde Männer mittleren Alters, keine Verblindung und keine Randomisierung im engeren Sinn. NAD+ und Metabolite in roten Blutkörperchen wurden nicht bestimmt, ebenso wenig die sekundären Methylnicotinamid-Metabolite 2PY und 4PY oder der Purinstoffwechsel - der Verbleib des in den ersten zwei Stunden 'verschwundenen' NAD+ bleibt daher spekulativ. Plasmaspiegel sagen zudem nichts über Gewebe- oder intrazelluläre NAD+-Verfügbarkeit aus. Relevante Interessenkonflikte: Finanzierung durch NAD+ Research Inc. und das Australasian Research Institute; ein Autor (R. Mestayer) ist Direktor von NAD+ Research Inc. und ärztlicher Leiter einer Klinik, die IV-NAD+ therapeutisch anbietet, eine weitere Autorin erhielt Beraterhonorare der Firma.
Die Studie zeigt, dass intravenöses NAD+ tatsächlich systemisch verfügbar wird, aber erst nach etwa zwei Stunden - sehr kurze Infusionen dürften daher wenig bewirken, und ein erheblicher Teil geht über den Urin verloren. Ein gesundheitlicher Nutzen wurde nicht untersucht, die Daten rechtfertigen also keine Erwartungen an klinische Effekte.