Studie · Humanstudie (RCT)
The efficacy and safety of β-nicotinamide mononucleotide (NMN) supplementation in healthy middle-aged adults: a randomized, multicenter, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, dose-dependent clinical trial
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Zusammenfassung
Die Studie prüfte, ob orales β-Nicotinamid-Mononukleotid (NMN) den NAD-Spiegel im Blut dosisabhängig anhebt und funktionelle Gesundheitsparameter verbessert. 80 gesunde Personen zwischen 40 und 65 Jahren wurden auf vier Arme randomisiert (Placebo, 300, 600 oder 900 mg NMN täglich) und 60 Tage lang behandelt. Primärer Endpunkt war die NAD-Konzentration im Vollblut; sekundäre Endpunkte waren die Gehstrecke im Sechs-Minuten-Gehtest, das aus Blutmarkern berechnete "biologische Alter", die Insulinresistenz (HOMA-IR), die selbstberichtete Lebensqualität (SF-36) sowie Sicherheitsparameter.
Alle NMN-Gruppen zeigten an Tag 30 und Tag 60 signifikant höhere NAD-Spiegel als Placebo (p ≤ 0,001), mit klarer Dosis-Wirkungs-Tendenz bis 600 mg und nur noch geringem Zusatzeffekt bei 900 mg (Tag 60: Placebo 11,8 ± 9,4 nM; 300 mg 32,6 ± 17,9 nM; 600 mg 45,3 ± 11,8 nM; 900 mg 48,5 ± 19,8 nM). Die Gehstrecke im Sechs-Minuten-Test verbesserte sich in den NMN-Gruppen deutlicher als unter Placebo, am stärksten bei 600 und 900 mg. Das berechnete biologische Alter stieg nur in der Placebogruppe signifikant an (39,8 auf 45,4 Jahre, p = 0,029), während es unter NMN stabil blieb. Die SF-36-Werte verbesserten sich in allen Verumgruppen signifikant gegenüber Placebo.
Ausdrücklich negativ beziehungsweise neutral fiel die Insulinresistenz aus: Bei HOMA-IR fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Sicherheit war unauffällig; es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse und keine NMN-bedingten Studienabbrüche auf, insgesamt neun leichte bis mittelschwere Ereignisse bei sieben Personen (davon sechs in der Placebogruppe). Die Autoren schlussfolgern, dass 600 mg täglich die günstigste Dosis darstellt.
Kernergebnisse
Die Stichprobe ist mit 80 Personen und rund 20 pro Arm klein, die Dauer mit 60 Tagen kurz, und die Rekrutierung erfolgte an nur zwei Zentren in einer Region Indiens, was die Übertragbarkeit einschränkt. Auffällig ist die sehr niedrige Ausgangsgehstrecke (rund 290 m bei angeblich gesunden 49-Jährigen; normal wären eher 500–650 m) sowie der ungewöhnlich große Zuwachs von etwa 145 m – Werte, die auf Mess- oder Motivationsartefakte, mangelnde Standardisierung des Gehtests und einen erheblichen Trainings-/Erwartungseffekt hindeuten und die Ergebnisse in ihrer Größenordnung unplausibel wirken lassen. Das "biologische Alter" beruht auf einem proprietären, aus Blutmarkern abgeleiteten Algorithmus ohne etablierte klinische Validierung, und SF-36 ist ein rein subjektiver Endpunkt. Die absoluten NAD-Spiegel (einstellige bis mittlere nM-Bereiche) liegen deutlich unter den in anderen Arbeiten berichteten Vollblut-NAD-Konzentrationen im μM-Bereich, was Fragen zur Analytik aufwirft. Finanziert wurde die Studie von Aba Chemicals Co. und Abinopharm, Inc.; der Erstautor ist bei Abinopharm angestellt – ein klarer Interessenkonflikt.
Die Studie belegt solide, dass orales NMN den NAD-Spiegel im Blut dosisabhängig anhebt, wobei der Nutzen oberhalb von etwa 600 mg täglich kaum noch zunimmt, und dass die Einnahme über zwei Monate gut vertragen wird. Die darüber hinausgehenden funktionellen Effekte auf Gehstrecke, Lebensqualität und "biologisches Alter" sind wegen kleiner Fallzahl, weicher beziehungsweise unplausibler Endpunkte und Herstellerfinanzierung mit deutlicher Zurückhaltung zu bewerten; auf die Insulinresistenz zeigte NMN keinen Effekt.