Übersicht/BPC-157/Studie

Studie · Tierstudie

Pharmakokinetik, Verteilung, Metabolismus und Ausscheidung von Body Protective Compound 157, einem potenziellen Wirkstoff zur Behandlung verschiedener Wunden, bei Ratten und Hunden

Pharmacokinetics, distribution, metabolism, and excretion of body-protective compound 157, a potential drug for treating various wounds, in rats and dogs

Tierstudie

Nur Tiermodell — nicht auf den Menschen übertragbar

Autoren
He L, Feng D, Guo H, Zhou Y, Li Z, et al.
Jahr
2022
Journal
Frontiers in Pharmacology
Modell / Stichprobe
Spragü-Dawley-Ratten (ca. 220 g, 6 Wochen alt) und Beagle-Hunde (10-12 Monate, 9,8-12,8 kg), jeweils zur Hälfte männlich und weiblich; zusätzlich Verteilungs-, Metabolismus- und Exkretionsversuche mit radioaktiv markiertem BPC-157 an Ratten (u. a. gallengangskanülierte Tiere)
Dosis im Versuch
Ratten: 20 µg/kg i.v. sowie 20, 100 und 500 µg/kg als Einzeldosis i.m.; 100 µg/kg i.m. täglich über 7 Tage. Hunde: 6 µg/kg i.v. sowie 6, 30 und 150 µg/kg als Einzeldosis i.m.; 30 µg/kg i.m. täglich über 7 Tage.
Quelle
PMID 36588717 ↗  ·  DOI ↗

Zusammenfassung

Die Arbeit ist eine präklinische pharmakokinetische Grundlagenstudie zu BPC-157 (Body Protective Compound 157) an Ratten und Beagle-Hunden. Untersucht wurden Plasmakinetik nach intravenöser und intramuskulärer Gabe, absolute Bioverfügbarkeit, Gewebeverteilung, Metabolisierung und Ausscheidungswege. Für Verteilung, Metabolismus und Exkretion wurde radioaktiv markiertes BPC-157 eingesetzt, teils an Ratten mit Gallengangskanüle.

BPC-157 zeigte über alle geprüften Dosen hinweg eine lineare Pharmakokinetik in beiden Spezies. Die Elimination verlief sehr schnell: Die Halbwertszeit lag durchgehend unter 30 Minuten (Ratte ca. 15 Minuten i.v., 7,9-29,7 Minuten i.m.; Hund ca. 5,3 Minuten i.v., 20,0-29,3 Minuten i.m.), die Ausgangssubstanz war nach vier Stunden nicht mehr nachweisbar. Die Bioverfügbarkeit nach intramuskulärer Injektion war speziesabhängig deutlich unterschiedlich: rund 14-19 % bei Ratten gegenüber rund 45-51 % bei Hunden.

Die höchste Radioaktivität fand sich eine Stunde nach Gabe in Niere, Leber, Magenwand, Thymus und Milz, deutlich weniger in Gehirn und Fettgewebe. BPC-157 wurde rasch zu kleineren Peptidfragmenten und einzelnen Aminosäuren abgebaut (sechs Metabolite, M1 als Prolin identifiziert), die in den normalen Aminosäurestoffwechsel eingehen. Hauptausscheidungswege waren Urin und Galle. Die Studie liefert damit reine ADME-Daten und trifft keine Aussage zu Wirksamkeit oder Sicherheit beim Menschen.

Kernergebnisse

  1. Lineare Pharmakokinetik in Ratten und Beagle-Hunden über alle geprüften Dosen (Ratte 20-500 µg/kg, Hund 6-150 µg/kg).
  2. Sehr kurze Eliminationshalbwertszeit von unter 30 Minuten (i.v. Ratte ca. 15,2 min, Hund ca. 5,3 min); Ausgangssubstanz nach 4 Stunden nicht mehr nachweisbar.
  3. Absolute Bioverfügbarkeit nach i.m. Gabe: 14,49-19,35 % bei Ratten, 45,27-50,56 % bei Hunden - deutlicher Speziesunterschied.
  4. Gewebeverteilung mit Maximum 1 Stunde nach Gabe, am höchsten in Niere, Leber, Magenwand, Thymus und Milz; niedrig in Gehirn und Fettgewebe.
  5. Ausscheidung über Urin (15,88 % ± 2,99 % in 0-72 h) und Galle (9,08 % ± 0,86 %), Fäces 2,25 % ± 0,67 %; sechs Metabolite (M1 = Prolin), Abbau zu Peptidfragmenten und Aminosäuren.
Limitationen

Reine ADME-/Pharmakokinetikstudie an Nagern und Hunden ohne Wirksamkeits- oder Sicherheitsendpunkte; es wurden keine Menschen untersucht. Der große Speziesunterschied in der Bioverfügbarkeit (Ratte vs. Hund, Faktor ca. 3) zeigt, dass eine Übertragung auf den Menschen nicht möglich ist. Ein erheblicher Anteil der Radioaktivität verblieb nach 72 Stunden im Körper (54,31 % ± 3,04 %), was die Massenbilanz unvollständig lässt und vermutlich den Einbau markierter Aminosäuren in körpereigene Strukturen widerspiegelt - Radioaktivitätsmessungen unterscheiden nicht zwischen intaktem BPC-157 und Abbauprodukten. Die Studie wurde über staatliche chinesische Förderprogramme finanziert; die Autoren geben keine kommerziellen Interessenkonflikte an.

Was heißt das praktisch

Die Daten zeigen, dass BPC-157 auch bei Injektion extrem kurzlebig ist (Halbwertszeit unter 30 Minuten) und rasch in Aminosäuren zerfällt, weshalb anhaltende Effekte nicht durch dauerhafte Blutspiegel erklärbar wären. Aussagen zu Nutzen, Dosierung oder Sicherheit beim Menschen lassen sich aus dieser Tierstudie nicht ableiten.