Studie · Humanstudie
Effect of BPC-157 on Symptoms in Patients with Interstitial Cystitis: A Pilot Study
Am Menschen, aber ohne RCT-Design
Zusammenfassung
Untersucht wurde, ob eine einmalige lokale Injektion des Peptids BPC-157 in die Blasenwand die Beschwerden bei interstitieller Zystitis (Blasenschmerzsyndrom) lindern kann. Ausgangspunkt der Autoren: Für die mittelschwere bis schwere Form gibt es kaum wirksame Therapien; das zugelassene Pentosanpolysulfat versagt bei einem Teil der Patientinnen nach etwa einem Jahr und ist bei Langzeitgebrauch mit einer pigmentären Makulopathie in Verbindung gebracht worden. BPC-157 ist in den USA nicht von der FDA zugelassen.
Zwölf Frauen, die auf Pentosanpolysulfat nicht angesprochen hatten, erhielten während einer Zystoskopie insgesamt 10 mg BPC-157 in die Blasenwand im Bereich der Entzündung injiziert. Endpunkt war die von den Patientinnen selbst eingeschätzte Symptomlinderung nach der einmaligen Behandlung. Nach Angabe der Autoren berichteten 10 von 12 Patientinnen eine vollständige Rückbildung der Beschwerden und bewerteten den Behandlungserfolg mit 100 Prozent; die übrigen 2 Patientinnen gaben 80 Prozent mit verbleibenden Restbeschwerden an. Unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet. Die Autoren bezeichnen dies als den ersten Bericht über eine intravesikale BPC-157-Injektion bei dieser Indikation.
Die Aussagekraft ist durch das Design stark begrenzt: offene Anwendung ohne Kontrollgruppe, sehr kleine Fallzahl, rein subjektive Erfolgsbewertung ohne validierte Symptomscores und ohne klar berichtete Nachbeobachtungsdauer. Das Ergebnis ist damit ein Hinweis auf Machbarkeit und kurzfristige Verträglichkeit, kein Wirksamkeitsnachweis.
Kernergebnisse
Es handelt sich um eine offene, unkontrollierte Pilotstudie mit nur 12 Patientinnen, ohne Randomisierung, ohne Placebo- und ohne Vergleichsgruppe und ohne Verblindung. Der primäre Endpunkt war eine subjektive Selbsteinschätzung des Behandlungserfolgs in Prozent, nicht ein validierter Instrumentenscore (z. B. O'Leary-Sant/ICSI-ICPI); ein Placeböffekt sowie ein Effekt der Zystoskopie und der Blasendehnung selbst lassen sich nicht ausschliessen. Die Nachbeobachtungsdauer ist unklar bzw. kurz, sodass zur Dauerhaftigkeit des Effekts und zur Langzeitsicherheit keine Aussage möglich ist. Die Publikation erschien in einer Zeitschrift mit vergleichsweise geringer methodischer Sichtbarkeit; die Autoren sind im Bereich der Peptid- und Anti-Aging-Medizin tätig, was einen möglichen Interessenkonflikt darstellt. BPC-157 ist weder FDA- noch EMA-zugelassen.
Die Studie liefert einen ersten, aber sehr schwachen Hinweis, dass eine lokal in die Blasenwand injizierte Einmaldosis BPC-157 bei therapierefraktärer interstitieller Zystitis Beschwerden lindern könnte - sie ist kein Wirksamkeitsnachweis und rechtfertigt keine Selbstanwendung. Insbesondere lässt sich daraus nichts für subkutan oder oral eingenommenes BPC-157 ableiten, da hier ein ärztlich durchgeführter, gezielter Eingriff unter Zystoskopie erfolgte.