Studie · Humanstudie
An Assessment of the Safety, Efficacy, and Tolerability of a Novel Scalp Treatment Regimen Combining a Hydroxy Acid-Based Scrub and Copper Tripeptide Serum in the Management of Seborrheic Dermatitis in Adults
Am Menschen, aber ohne RCT-Design
Zusammenfassung
Untersucht wurde ein kommerzielles Zwei-Produkt-Regime zur Kopfhautpflege, bestehend aus einem Peeling auf Hydroxysäure-Basis und einem Serum mit Kupfertripeptid-1 (GHK-Cu). Es handelte sich um eine offene, einarmige Studie an einem Zentrum ohne Kontroll- oder Placebogruppe: 32 Erwachsene mit leichter bis mittelschwerer seborrhoischer Dermatitis wurden eingeschlossen, 29 beendeten die 15-tägige Anwendungsphase. Endpunkte waren der Adherent Scalp Flaking Score (ASFS), instrumentell gemessene Haardichte und Haardicke, die Hautfeuchtigkeit der Kopfhaut sowie Verträglichkeit und Anwenderzufriedenheit.
Nach 15 Tagen sank der ASFS um 61,24 %, die Haardichte stieg um 12,48 %, die Haardicke um 25,36 % und die Kopfhautfeuchtigkeit um 76,24 % (jeweils p<0,0001 gegenüber Ausgangswert). Der Anteil der Teilnehmenden mit als normal beurteilter Kopfhaut stieg von 0 % auf 44,83 %. Unerwünschte Wirkungen wurden nicht berichtet, alle Teilnehmenden gaben Zufriedenheit mit der Behandlung an.
Die Studie erlaubt keine Aussage darüber, welcher Bestandteil des Regimes für die Effekte verantwortlich ist. GHK-Cu wurde nur als eine von mehreren Zutaten eines Serums angewendet, das zusätzlich zu einem keratolytisch wirksamen Säure-Peeling eingesetzt wurde. Ein isolierter Wirknachweis für GHK-Cu ergibt sich daraus nicht.
Kernergebnisse
Erhebliche methodische Schwächen: offene, einarmige Studie ohne Kontroll- oder Placebogruppe und ohne Verblindung, sehr kleine Stichprobe (29 Auswertbare) und mit 15 Tagen sehr kurze Beobachtungsdauer ohne Nachbeobachtung. Zuläufige Verbesserungen durch Regression zur Mitte, Erwartungseffekte und den blossen Wechsel der Kopfhautpflege sind nicht auszuschliessen; Zuwächse bei Haardichte und -dicke innerhalb von 15 Tagen sind biologisch kaum durch echtes Haarwachstum erklärbar und eher Mess- bzw. Kosmetikeffekte. Da ein Kombinationsprodukt geprüft wurde, ist der Beitrag von GHK-Cu nicht abgrenzbar, und die eingesetzte Konzentration wird nicht genannt. Die Studie wurde vom Hersteller (Anveya Living Private Limited) finanziert, mehrere Autoren sind beim Hersteller oder einem beteiligten Auftragsforschungsinstitut tätig - ein deutlicher Interessenkonflikt.
Die Studie zeigt lediglich, dass ein GHK-Cu-haltiges Kopfhautserum in Kombination mit einem Säure-Peeling über zwei Wochen gut vertragen wurde und mit subjektiven wie apparativen Verbesserungen einherging. Als Beleg für eine eigenständige Wirksamkeit von GHK-Cu bei Kopfhautproblemen oder Haarwachstum taugt sie wegen fehlender Kontrollgruppe, Kombinationspräparat, unbekannter Dosis und Herstellerfinanzierung nicht.