Übersicht/MOTS-c/Studie

Studie · Humanstudie (RCT)

Wiederholte Hitzeexposition verändert die Spiegel der Mitokine MOTS-c und FGF21 bei aktiven Männern während einer Immobilisierung der Wadenmuskulatur

Repeated Heat Stress Modulates the Levels of the Mitokines MOTS-C and FGF21 in Active Men during Calf Muscle Immobilization

Humanstudie (RCT)

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Autoren
Elhusseiny R, Ihsan M, Labidi M, Alhammoud M, Mtibaa K, Nader N, Nasir N, Farooq A, Papakostas E, Olory B, Cruz F, D'Hooghe P, Racinais S, Deldicque L
Jahr
2025
Journal
Medicine & Science in Sports & Exercise
Modell / Stichprobe
n=19 aktive Männer; Wärmegruppe n=9 vs. Kontrollgruppe n=10
Dosis im Versuch
Kein MOTS-c-Präparat verabreicht. Interventionsreiz war wiederholte passive Hitzeexposition (Wärmebehandlung) über 2 Wochen während einer Immobilisierung des linken Sprunggelenks, vorausgehend 4 Wochen Training. Genaue Temperatur, Sitzungsdauer und Frequenz sind im Abstract nicht angegeben.
Quelle
PMID 40674654 ↗  ·  DOI ↗

Zusammenfassung

Die Studie untersuchte, ob wiederholte passive Hitzeexposition die endogenen Spiegel der Mitokine MOTS-c und FGF21 beeinflusst und ob dies mit einem Schutz vor Inaktivitätsatrophie einhergeht. 19 aktive Männer absolvierten zunächst vier Wochen Training, anschließend folgten zwei Wochen Immobilisierung des linken Sprunggelenks. Die Teilnehmer wurden einer Wärmegruppe (n=9) oder einer Kontrollgruppe (n=10) zugeteilt. Erfasst wurden Muskeldicke und Querschnittsfläche des Gastrocnemius medialis, zirkulierende und intramuskuläre Mitokinspiegel sowie Marker für Anabolismus und Atrophie.

Wichtig für die Einordnung: MOTS-c wurde hier nicht als Wirkstoff verabreicht, sondern ausschließlich als körpereigener Biomarker gemessen. Die Studie sagt daher nichts über Wirkung, Sicherheit oder Dosierung von exogen zugeführtem MOTS-c aus.

Die Immobilisierung selbst veränderte die Mitokinspiegel nicht (Nullbefund). Die wiederholte Wärmebehandlung erhöhte zirkulierendes MOTS-c (P = 0,033) und senkte FGF21 im Skelettmuskel (P = 0,027). Der Muskelschwund trat dennoch ein: Muskeldicke (P = 0,012, η² = 0,32) und Querschnittsfläche (P < 0,01, η² = 0,75) des Gastrocnemius medialis nahmen ab. Das Abstract berichtet keinen Nachweis, dass die Wärmebehandlung diesen Verlust verhindert oder abgeschwächt hätte. Die Autoren schließen, dass Hitzestress Mitokine in einer Weise moduliert, die dem Effekt von Bewegung ähnelt, aber nicht identisch ist, und dass weitere Forschung nötig ist.

Kernergebnisse

  1. Wiederholte Wärmebehandlung erhöhte zirkulierendes MOTS-c signifikant (P = 0,033).
  2. Wiederholte Wärmebehandlung senkte FGF21 im Skelettmuskel (P = 0,027).
  3. Die zweiwöchige Immobilisierung allein hatte keinen Effekt auf die Mitokinspiegel (Nullbefund).
  4. Die Immobilisierung reduzierte die Muskeldicke (P = 0,012, η² = 0,32) und die Querschnittsfläche (P < 0,01, η² = 0,75) des Gastrocnemius medialis.
  5. Ein Schutz vor dem Muskelverlust durch die Wärmebehandlung wird im Abstract nicht berichtet; der anhand des MOTS-c-Anstiegs erhoffte Atrophieschutz blieb somit unbelegt.
Limitationen

Sehr kleine Stichprobe (9 vs. 10 Teilnehmer), ausschließlich junge aktive Männer, daher stark eingeschränkte Übertragbarkeit auf Frauen, ältere oder kranke Personen. Der Zeitraum war kurz (2 Wochen Immobilisierung), und die p-Werte für die Mitokine liegen knapp unter 0,05 bei mehreren gemessenen Endpunkten, was das Risiko von Zufallsbefunden durch multiples Testen erhöht. Details zum Wärmeprotokoll (Temperatur, Dauer, Frequenz) gehen aus dem Abstract nicht hervor. Zirkulierende Biomarkerveränderungen sind kein klinischer Endpunkt: Ein funktioneller Nutzen (Erhalt von Muskelmasse oder Kraft) wurde nicht gezeigt. Angaben zu Finanzierung und Interessenkonflikten sind dem Abstract nicht zu entnehmen; die Autorengruppe ist überwiegend an sportmedizinischen Instituten (u. a. Aspetar, Katar) angesiedelt.

Was heißt das praktisch

Die Studie zeigt nur, dass ein nicht-pharmakologischer Reiz (Hitze) körpereigenes MOTS-c im Blut leicht anheben kann, ohne dass daraus ein messbarer Muskelschutz folgte. Für die Frage, ob eine Zufuhr von MOTS-c als Peptid etwas bringt oder sicher ist, liefert sie keinerlei Evidenz.