Übersicht/GHK-Cu/Studie

Studie · Tierstudie

In-vivo-Stimulation der Bindegewebsbildung durch den Tripeptid-Kupfer-Komplex Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin-Cu2+ in experimentellen Wunden der Ratte

In vivo stimulation of connective tissue accumulation by the tripeptide-copper complex glycyl-L-histidyl-L-lysine-Cu2+ in rat experimental wounds

Tierstudie

Nur Tiermodell — nicht auf den Menschen übertragbar

Autoren
Maquart FX, Bellon G, Chaqour B, Wegrowski J, Patt LM, Trachy RE, Monboisse JC, Chastang F, Birembaut P, Gillery P, et al.
Jahr
1993
Journal
Journal of Clinical Investigation
Modell / Stichprobe
Ratten, Wundkammer-Modell: subkutan auf dem Rücken implantierte Edelstahl-Netzzylinder, in die das entstehende Granulationsgewebe einwächst; Tierzahl im Abstract nicht angegeben
Dosis im Versuch
Lokale Injektion in die subkutane Wundkammer; Kochsalzlösung als Kontrolle gegenüber mehreren, aufsteigenden GHK-Cu-Konzentrationen (exakte Mengen im Abstract nicht beziffert). Zusätzlich ein Kontrollpeptid (L-Glutamyl-L-Histidyl-L-Prolin). Analyse des Kammerinhalts nach mehrwöchiger Einheilphase.
Quelle
PMID 8227353 ↗  ·  DOI ↗

Zusammenfassung

Untersucht wurde, ob der Kupfer-Peptid-Komplex GHK-Cu die Bildung von Bindegewebe in vivo fördert. Dazu wurde ein etabliertes Wundkammer-Modell bei Ratten verwendet: Edelstahl-Netzzylinder wurden subkutan implantiert, das einwachsende Granulationsgewebe konnte anschliessend biochemisch analysiert werden. In die Kammern wurde entweder Kochsalzlösung, ein wirkungsloses Kontrollpeptid oder GHK-Cu in verschiedenen Konzentrationen injiziert.

GHK-Cu führte zu einer konzentrationsabhängigen Zunahme von Trockengewicht, DNA-Gehalt, Gesamtprotein, Kollagen und Glykosaminoglykanen im Kammergewebe. Die Kollagensynthese wurde dabei etwa doppelt so stark stimuliert wie die Synthese nicht-kollagener Proteine. Auf mRNA-Ebene waren Kollagen Typ I und Typ III erhöht, während die TGF-beta-mRNA nicht anstieg – der Effekt läuft also offenbar nicht über eine vermehrte TGF-beta-Transkription. Das strukturell ähnliche Kontrollpeptid zeigte keine signifikanten Effekte, was für eine Spezifität des GHK-Cu-Komplexes spricht.

Die Autoren schließen daraus, dass GHK-Cu die Akkumulation extrazellulärer Matrix in Wunden in vivo fördert. Es handelt sich um eine mechanistische Grundlagenstudie an Nagern, nicht um eine Untersuchung klinischer Heilungsendpunkte am Menschen.

Kernergebnisse

  1. Konzentrationsabhängige Zunahme von Trockengewicht, DNA, Gesamtprotein, Kollagen und Glykosaminoglykanen im Granulationsgewebe der Wundkammer
  2. Kollagensynthese wurde etwa doppelt so stark stimuliert wie die Synthese nicht-kollagener Proteine
  3. Erhöhte mRNA-Spiegel für Kollagen Typ I und Typ III
  4. Keine Erhöhung der TGF-beta-mRNA – der Effekt scheint nicht über vermehrte TGF-beta-Transkription vermittelt zu sein
  5. Das Kontrollpeptid L-Glutamyl-L-Histidyl-L-Prolin zeigte keine signifikanten Effekte (Hinweis auf Spezifität von GHK-Cu)
Limitationen

Reine Tierstudie an Ratten in einem künstlichen Wundkammer-Modell; gemessen wurden biochemische Matrixparameter, nicht klinisch relevante Endpunkte wie Wundverschlusszeit, Narbenqualität oder Infektionsrate. Tierzahl, exakte Dosierungen und Beobachtungsdauer gehen aus dem Abstract nicht hervor. Die Applikation erfolgte per Injektion direkt in die Wundkammer und ist daher nicht auf topische kosmetische Anwendung auf intakter Haut übertragbar. Mehrere Koautoren (Patt, Trachy) waren der Firma ProCyte zuzuordnen, die GHK-Cu-Produkte kommerziell entwickelte – ein möglicher Interessenkonflikt.

Was heißt das praktisch

Die Studie ist eine der zentralen mechanistischen Grundlagen dafür, dass GHK-Cu die Kollagen- und Matrixbildung anregen kann – allerdings bei Ratten und nach direkter Injektion in eine Wunde. Für die Anwendung am Menschen, insbesondere topisch auf intakter Haut, liefert sie nur einen Plausibilitätshinweis, keinen Wirksamkeitsnachweis.