Studie · Humanstudie
Association of nicotinamide-N-methyltransferase mRNA expression in human adipose tissue and the plasma concentration of its product, 1-methylnicotinamide, with insulin resistance
Am Menschen, aber ohne RCT-Design
Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, ob das Enzym Nicotinamid-N-Methyltransferase (NNMT) und dessen Stoffwechselprodukt 1-Methylnicotinamid (MNA) beim Menschen mit Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes zusammenhängen. NNMT ist genau das Enzym, das 5-Amino-1MQ hemmen soll; die Studie liefert also die humane Beobachtungsgrundlage für diese Hypothese, testet aber selbst keinen Wirkstoff.
In der Querschnittskohorte (n=199) war die NNMT-mRNA-Expression sowohl im omentalen als auch im subkutanen Fettgewebe von Personen mit Typ-2-Diabetes rund doppelt so hoch wie bei stoffwechselgesunden Kontrollen. Die Plasma-MNA-Konzentration korrelierte mit der Gewebeexpression nur in der Diabetesgruppe (Frauen r=0,59; Männer r=0,61; jeweils p<0,001), nicht bei Kontrollpersonen. Bei insulinresistenten Personen bestanden inverse Zusammenhänge zwischen Insulinsensitivität und MNA im Plasma (r=0,44; p=0,01) sowie NNMT-Expression im Fettgewebe (r=0,64; p<0,001).
Beide Interventionen – 12 Wochen Training und bariatrische Operation – senkten die NNMT-Expression im Fettgewebe und die MNA-Plasmaspiegel signifikant (p<0,001), parallel zu einer Verbesserung der Insulinsensitivität. Die Autoren schließen daraus, dass NNMT im Fettgewebe bei menschlicher Insulinresistenz hochreguliert ist und MNA im Plasma als möglicher Biomarker für nachlassende Insulinsensitivität dienen könnte. Ausdrücklich handelt es sich um Assoziationen; ein kausaler Beitrag von NNMT zur Insulinresistenz wird durch diese Daten nicht belegt.
Kernergebnisse
Es handelt sich um eine Assoziationsstudie: erhöhte NNMT-Expression kann Folge und nicht Ursache der Insulinresistenz sein, und die Interventionen (Training, bariatrische Chirurgie) verändern zahlreiche Parameter gleichzeitig, sodass der NNMT-Rückgang nicht kausal einem Mechanismus zugeordnet werden kann. Die Fallzahlen der Interventionskohorten sind klein (n=60 bzw. n=55), Fettgewebe stammt aus operierten, also nicht repräsentativen Kollektiven, und mehrere Korrelationsanalysen wurden nach Geschlecht und Subgruppen aufgeteilt, was das Risiko von Zufallsbefunden erhöht. Gemessen wurde mRNA, nicht Enzymaktivität. Erstautor und Teile des Teams sind bei Sanofi Research and Development (Frankfurt am Main) beschäftigt – ein Pharmaunternehmen mit Interesse an NNMT als Zielstruktur, was einen Interessenkonflikt darstellt.
Die Studie stützt die Grundannahme hinter 5-Amino-1MQ, dass NNMT im Fettgewebe bei Insulinresistenz hochreguliert ist – sie zeigt aber nur Zusammenhänge, keinen Nutzen einer NNMT-Hemmung. Sie sagt nichts über Wirksamkeit, Dosierung oder Sicherheit von 5-Amino-1MQ beim Menschen aus; solche Daten fehlen weiterhin.